Experten-Tipps

Prof. Fuchs ist für die methodische und statistische Seite der Befragungen verantwortlich. Er gibt regelmäßig Tipps für die Planung, Durchführung und Auswertung von Befragungen in Kindertageseinrichtungen.

Folgen Sie uns auf Facebook und erhalten Sie alle Expertentipps.

In welchen Sprachen brauche ich den Fragebogen?

Etwa 38% aller Kinder in Deutschland bis 6 Jahre haben einen Migrationshintergrund – Tendenz steigend. Die größten Gruppen stammen aus der Türkei, Polen, der Russischen Föderation und – neuerdings – Syrien. Deren Eltern verfügen zwar oft über gute Deutschkenntnisse, aber fast genauso oft sprechen sie nur wenig Deutsch. Und selbst von denen, die gut Deutsch sprechen, können viele nur schlecht Deutsch lesen und schreiben. 

Daher empfiehlt es sich, für Elternbefragungen fremdsprachige Fragebögen zu nutzen. Natürlich kann man nicht alle Sprachen anbieten, aber zumindest die größten Migrantengruppen in einer Kindertageseinrichtung sollten abgedeckt sein.

Die Übersetzung eines Fragebogens sollte immer von einem professionellen Übersetzer vorgenommen werden, möglichst von einer Person, die auch etwas von Fragebögen versteht. Außerdem sollte zur Qualitätssicherung von einem anderen Übersetzer eine Rückübersetzung ins Deutsche vorgenommen werden.

Geben die Eltern in den fremdsprachigen Fragebögen schriftliche Kommentare, müssen diese Antworten ins Deutsche übertragen werden. Um zu vermeiden, dass dabei die Anonymität der betreffenden Eltern aufgehoben wird, sollte die Übersetzung nicht in der Einrichtung vorgenommen werden.

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet bei Elternbefragungen mit dem deutschen Standardfragebogen eine russische, türkische, englische, französische, arabische und albanische Übersetzung an. Weitere Sprachen kommen nach und nach hinzu. 

Außerdem haben wir Erfahrungen mit Fragebögen in leichter Sprache.

Wie kann die Beteiligungsquote erhöht werden?

Ziel: Die Aussagekraft einer Elternbefragung in einer Kindertageseinrichtung hängt von vielen Faktoren ab. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die Beteiligungsquote (Fachleute sagen auch: Ausschöpfungsquote oder Response Rate). Je höher der Anteil der Eltern ist, die sich an der Befragung beteiligen, desto weniger anfällig ist das Ergebnis für Fehler und Verzerrungen. Als grobe Orientierung sollten Sie eine Beteiligungsquote von mindestens 50-60 Prozent anstreben.

Im Vorfeld: Für eine hohe Beteiligungsquote ist es wichtig, das Team der Einrichtung im Vorfeld in die Planung einzubeziehen und eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten, wie die Eltern in der persönlichen Ansprache auf die Befragung hingewiesen und an die Abgabe des Fragebogens erinnert werden. Hilfreich ist auch ein großes, buntes Plakat im Eingangsbereich und ein Elternbrief, der über die Ziele der bevorstehenden Befragung informiert.

Fragebogen verteilen: Wichtig ist, dass alle Eltern aktiv einen Fragebogen übergeben bekommen (und der Fragebogen nicht nur zur Mitnahme ausliegt). Der Fragebogen kann zwar auch im Rahmen eines Elternabends ausgeteilt werden, es sollte aber beachtet werden, dass zu solchen Veranstaltung üblicherweise nicht alle Eltern und häufig die besonders motivierten Eltern kommen. Entsprechend sollte der Fragebogen zusätzlich an die nicht zu dieser Veranstaltung kommenden Eltern ausgegeben werden.

Eltern erinnern: Wenn Sie den Eltern den Fragebogen zur Beantwortung nach Hause mitgeben, sollten Sie um Rückgabe innerhalb einer Woche bitten. Wenn Sie mehr Zeit geben, wird der Fragebogen häufiger vergessen. Um eine hohe Beteiligungsquote zu erzielen, muss das Team die Eltern in dieser Zeit systematisch ansprechen und u.U. mehrfach an die Rückgabe des Fragebogens erinnern.

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet kostengünstige und schlüsselfertige Befragungen für Kindertageseinrichtungen an. 

Wann sollte eine Befragung wiederholt werden?

Immer wieder kommt die Frage auf, wie häufig und mit welchem zeitlichen Abstand eine Einrichtung oder eine Trägerschaft Elternbefragungen durchführen sollten. 

Sofern keine Sondersituation eintritt (z.B. weil eine neue Leitung ihre Arbeit aufnimmt oder weil die Einrichtung aus einem Ausweichquartier in die angestammten Räume zurückgezogen ist) sollten Elternbefragungen nicht zu häufig, also nicht in zu engem zeitlichen Abstand durchgeführt werden. Zum einen benötigt eine Einrichtung im Normalfall mindestens ein Jahr, um die Maßnahmen, die aus einer Elternbefragung abgeleitet wurden, nachhaltig umzusetzen. Zum anderen kommt es bei zu häufigen Elternbefragungen auch zu einer gewissen “Befragungsmüdigkeit”. 

Wir empfehlen daher Elternbefragungen im Normalfall alle 2-3 Jahre durchzuführen. Dann sollte aber eine umfassende und professionelle Befragung durchgeführt werden, aus der sich Veränderungen im Zeitverlauf ersehen und Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der Einrichtungen ableiten lassen.

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet kostengünstige und schlüsselfertige Befragungen für Kindertageseinrichtungen an. 

Welche Themen sollten erfragt werden?

Im Fragebogen sollten alle für den Erfolg einer Einrichtung wichtigen Aspekte abgefragt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Zufriedenheit der Eltern mit der Förderung der Kinder, mit der Bildungsarbeit, mit der Infrastruktur usw. 

Spezielle Aspekte, wie zum Beispiel die Anzahl der Waldtage, das gemeinsame Frühstück oder die Gestaltung des Sommerfests sollten nur dann in den Fragebogen aufgenommen werden, wenn die Einrichtung nach der Befragung auch tatsächlich auf die Elternmeinungen eingehen und diese bei der Weiterentwicklung der Arbeit in der Einrichtung berücksichtigen kann. 

Ein guter Elternfragebogen besteht aus einer Mischung aus erprobten Fragen zu allgemeinen Themen und ausgewählten Fragen zu speziellen/aktuellen Aspekten.

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet kostengünstige und schlüsselfertige Befragungen für Kindertageseinrichtungen an. 

Wie informiere ich die Eltern nach der Befragung?

Wenn die Eltern einer Kindertageseinrichtung nach der Durchführung einer Elternbefragung den Eindruck gewinnen, dass die Ergebnisse „in der Schublade“ verschwinden und „eh nichts passiert“, werden sie enttäuscht und weniger motiviert sein, bei zukünftigen Elternbefragungen oder anderen Projekten mitzumachen. Daher ist es entscheidend, die Eltern möglichst rasch nach dem Ende der Befragung zu informieren. 

Andererseits hat es wenig Sinn, den Eltern nur die Tabellen und Grafiken mit den Ergebnissen zugänglich zu machen, ohne ihnen zugleich zu sagen, welche Schlüsse daraus gezogen und welche Veränderungen in der Einrichtung erfolgen werden. Das erfordert Zeit. Wir schlagen daher eine zweistufige Information der Eltern vor:

Stufe 1: Möglichst rasch nachdem die letzten Fragebögen eingesammelt wurden, sollte den Eltern für die Teilnahme an der Befragung gedankt werden. Zudem sollte angekündigt werden, dass die Eltern in max. 8-10 Wochen (konkreten Termin angeben) Informationen über Ergebnisse und daraus abgeleitete Maßnahmen erhalten. 

Stufe 2: In dieser zweiten Information der Eltern sollten ausgewählte Ergebnisse präsentiert werden und – sofern erforderlich – die Maßnahmen angegeben werden, die in der Einrichtung aufgrund des jeweiligen Ergebnisses ergriffen werden. 

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet kostengünstige und schlüsselfertige Befragungen für Kindertageseinrichtungen an. 

Ankreuzfragen oder Freitextfragen?

Wie immer kommt es auf das richtige Maß an! 

Fragen zum Ankreuzen haben den Vorteil, dass sie statistisch ausgewertet werden können. Dadurch lassen sich die Stärken und Schwächen innerhalb einer Einrichtung erkennen. Wird z.B. die durchschnittliche Zufriedenheit der Eltern in den Bereichen Sprachförderung, Naturerfahrung und Gesundheit verglichen, kann abgelesen werden, in welchem Förderbereich die Zufriedenheit der Eltern eines Kindergartens besonders hoch ist, und wo sie den meisten Entwicklungsbedarf sehen.

Zudem können die Ergebnisse zwischen den Kindergärten verglichen werden. Es lässt sich z.B. feststellen, ob die durchschnittliche Zufriedenheit der Eltern mit den Mahlzeiten in einem Kindergarten besser oder schlechter ausfällt, als im Vergleich zum Durchschnitt aller Einrichtungen eines Trägers, die an einer Elternbefragung mitmachen.

Allerdings bieten Ankreuzfragen nur einen Blick auf die durchschnittlichen Einschätzungen der Eltern; differenzierte Meinungen einzelner Eltern sind nicht ablesbar. Und werden bei der Formulierung von Ankreuzfragen einzelne Aspekte vergessen, geben die Eltern auch keine Antworten dazu. Daher sollte den Eltern die Möglichkeit gegeben werden, in Freitextfragen ihre Meinung zu ihrem Kindergarten in eigenen Worten darzustellen. 

Bei diesen Fragen antworten jedoch in der Regel viel weniger Eltern, als bei den Ankreuzfragen – weil sie nicht so gut Schreiben können, weil sie sich für Rechtschreibfehler genieren, weil es mühsamer ist, einen Text zu schreiben, als Antworten anzukreuzen oder weil sie Sorge haben an ihrer Wortwahl oder Handschrift wiedererkannt zu werden. 

Zudem erfordert die Auswertung einer Freitextfrage mehr Aufwand, denn alle Antworten müssen vom Fragebogen abgetippt, ggf. aus einer Fremdsprache übersetzt und anonymisiert werden (wenn Kinder, Mitarbeiter oder andere Personen namentlich genannt werden), bevor die Antworten für eine zusammenfassende Analyse kategorisiert werden können. 

Deshalb sollte eine Elternbefragung nur wenige Freitextfragen enthalten. In unseren langjährig erprobten Fragebögen, die bereits in mehreren tausend Einrichtungen genutzt wurden, und in vielen Fremdsprachen vorliegen, gibt es 1-3 Freitextfragen.

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet schlüsselfertige, kostengünstige Elternbefragungen an. 

Wie lang soll der Fragebogen sein?

Lange Fragebögen liefern mehr Informationen über die Erwartungen und Einschätzungen der Eltern. Aber kurze Fragebögen sind für die Eltern weniger zeitaufwändig und daher ist die Bereitschaft der Eltern mitzumachen größer; entsprechend höher ist die Beteiligungsquote 

Wir empfehlen nicht mehr als 15-20 Fragen zu stellen, von denen einige auch Unterfragen umfassen können. Aber die Eltern sollten in der Summe nicht mehr als ca. 100 Antworten ankreuzen müssen (zuzüglich max. 1-3 Freitextfragen und statistische Fragen am Schluss des Fragebogens). 

Entsprechend müssen die Verantwortlichen für die Befragung Prioritäten setzen. Bei der Auswahl der Fragen sollte neben den Wünschen der Einrichtung und des Trägers auch die Perspektive der Eltern berücksichtigt werden.

Die Fragen sollten relativ großzügig auf ca. 4-8 Druckseiten verteilt werden. Ein Fragebogen, der aus zu eng und voll bedruckten Seiten besteht, wirkt abschreckend. Andererseits soll der Fragebogen aber einschließlich Informationstext auf der ersten Seite und Hinweisen zum Datenschutz nicht mehr als 4 beidseitig bedruckte DIN-A4-Blätter umfassen (am besten im Copy-Shop als Broschüre geheftet). Ein Fragebogen, der aus mehr Blättern besteht wird von den Eltern als zu lang empfunden – unabhängig von der tatsächlichen Zahl der Fragen.

Außerdem sollte bei der Planung der Länge des Fragebogens auch an die Kosten bei der Auswertung der Antworten und bei der ggf. erforderlichen Übersetzung des Fragebogens in Fremdsprechen gedacht werden. Lange Fragebögen senken nicht nur die Bereitschaft der Eltern zur Beteiligung, sondern erhöhen auch die Kosten einer Befragung.

Unser Service: KiTa-BUS Fuchs bietet schlüsselfertige, kostengünstige Eltern- und Mitarbeiterbefragungen an. Dabei können Sie auf unsere erprobten Fragebögen zurückgreifen oder wir entwickeln einen für Sie angepassten Fragebogen.